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Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Wirtschaftsinformatik an der Universität Bayreuth

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Ergebnisse der Studie Gesund Digital Arbeiten?! 

03.09.2019

Digitale Technologien gehören für viele Menschen zum Arbeitsalltag dazu. Doch wie wirkt sich der regelmäßige Umgang mit diesen Technologien auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit aus? Wie hoch ist der digitale Stress in Deutschland, was beeinflusst ihn und wer ist besonders gefährdet?

Diese und weitere Fragen haben wir gemeinsam mit unseren Konsortialpartnern in einer Studie, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts PräDiTec (Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien) mit mehr als 5.000 befragten Erwerbstätigen durchgeführt wurde, beantwortet. Wir sind an dieser Studie mit unserer Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, vertreten durch den stellvertretenden wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Nils Urbach, beteiligt. 

Aus der Studie heraus konnten 12 verschiedene Belastungsfaktoren bei der Arbeit mit digitalen Technologien und Medien identifizieren. Dazu gehört beispielsweise die Omnipräsenz, das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit und einer kürzeren Reaktionszeit durch das Auflösen der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben. Bemerkenswert ist nicht nur, dass jede dritte befragte Person mindestens einem der Belastungsfaktoren stark bis sehr stark ausgesetzt ist, sondern auch, dass fast jede fünfte Person aufgrund eines Belastungsfaktors sehr starken digitalen Stress wahrnimmt. 

Doch nicht jeder Arbeitsplatz, der mit digitalen Technologien ausgestattet ist, verursacht digitalen Stress im gleichen Maß. Die Kombination aus der Anzahl genutzter digitaler Technologien und Medien sowie die Nutzungsintensität hat Einfluss auf die Belastung. So ist diese bei einer hohen Anzahl an verschiedenen Technologien, die nur wenig genutzt werden, am höchsten. Bei diesen selten eingesetzten Technologien ist es schwieriger die Fähigkeiten und Kenntnisse, die zur Nutzung der Technologien notwendig sind, zu erhalten, wodurch die Verunsicherung größer wird.

Erschöpfung, Gereiztheit, psychische Beeinträchtigungen aber auch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems gehen beispielsweise mit digitalem Stress einher. Unzufriedenheit mit der Arbeitsstelle und eine schlechtere Leistung sind ebenso mögliche gravierende Folgen digitalen Stresses. Doch organisationale und soziale Faktoren können digitalem Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken. Dazu gehört beispielsweise ein erweiterter Handlungsspielraum hinsichtlich arbeitsrelevanter Entscheidungen sowie eine gute Beziehung zu dem Vorgesetzten. 

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Homepage des Projekts: https://gesund-digital-arbeiten.de/

Sie möchten mehr über die neusten Ergebnisse der Studie erfahren und darüber diskutieren? Am 04. September 2019 können Sie ab 16:00 Uhr per Livestream (https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=t8R9X6D3TE8) an der Vorstellung des Studienberichts und einer regen Podiumsdiskussion, über die Kernergebnisse mit Vertretern aus der Praxis und Wissenschaft (Teilnehmer sind u.a. Prof. Dr. Henner Gimpel von der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT und Herr Guido Fuhrmann, Personalleiter Deutschland bei der Deutschen Bank), teilnehmen.

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